Die Heimkehr

Dienstag, 2. Oktober – 18. Pilgertag

Heute ist mein letzter Pilgertag. Aber nur für dieses Mal, eine Wiederholung ist nach den einzigartigen Erfahrungen der ersten Pilgerschaft gewiss. Ich kann es mir gar nicht vorstellen morgen aufzustehen und nicht zu gehen. So im Gehen durch die Stadt Laufen fällt mir die Kirche an der Straße auf. Hier haben nicht nur fast alle privaten Häuser Sonnenenergieanlagen, sondern offenbar auch das Gotteshaus. Ich finde es sehr passend, dass die Kollektoren in der Kreuzform auf dem Kirchendach angebracht sind. Die haben offenbar alles berücksichtigt. Warum in Österreich die Erzeugung von Sonnenenergie nicht in dem Ausmaß gefördert wird, bleibt mir sowieso ein Rätsel. Eine Energiewende mit dem Hinweis, dass wir Hainburg nicht aufgesperrt haben, wird wohl nichts bringen. Der Ausbau der Wasserkraft hat auch nicht überall Freunde und die Windräder sind für unser Tourismusland nicht unbedingt eine gute Landschaftskulisse.

Kirche mit Sonnenenergie in Kreuzform

Bevor ich über die Salzach auf heimatlichen Boden komme, lese ich an einem Bauernhaus noch folgende Weisheit:

„Wer nia fest liabt und a ned lacht,

Wer wax und lez is und koan Fehla macht,

Wer nia gut ißt und trinkt zugleich:

Der ist lebendig scho a Leich!“

Wie wahr, wie wahr! Ich nehme mir vor, mich fest daran zu halten, was mir sicher nicht sehr schwer fallen wird, wie ich meine, wiewohl die Arbeit auch getan gehört. Um 10:30 Uhr überquere ich die stahlgenietete, kaiserliche Brücke aus dem Jahre 1902 zwischen Laufen und Oberndorf, ehemalig eine gemeinsame Stadt. Ein ganzes Empfangskomitee erwartet mich auf der österreichischen Seite.

Meine Frau Maria, unser Sohn Constantin, meine Mutter, meine Schwester Helga, Tante Greti mit Onkel Franz, der Nußdorfer Gemeinderat Hias Angerer, der Pilgerwegbeauftragte Salzburgs Anton Wintersteller, der stellvertretende Inspektionskommandant von Obertrum Manfred Haderer, unser Fraktionsobmann Dietrich Marius,  mein Vorgänger als Vizebürgermeister und langjährige politischer  Wegbegleiter  Franz Schmidhuber sowie eine Delegation der Polizeiinspektion Oberndorf klatschen begeisterst, wie ich heimatlichen Boden betrete. Wolfgang Weber von der Salzburg Krone macht etliche Fotoaufnahmen von uns. Er will am nächsten Tag in Salzburgs größter Zeitung von dem Empfang und der Pilgerung berichten.

Mit Sohn Constantin an der Kaiserbuche

Nach einer kurzen Begrüßung und Schilderung einiger Impressionen von der Wanderung machen wir uns in Richtung Seekirchen auf. Ganz besonders freut mich, dass mein 22-jähriger Sohn den ganzen Geburtstag lang an meiner Seite ist und neben Hais Angerer und Manfred Haderer mit mir den Weg nach Seekirchen, die letzte Etappe, geht. Nach dem Aufstieg auf den Haunsberg, der uns ganz schön ins Schwitzen bringt, werden wir von den Brunnauers an der Kaiserbuche verköstigt, da der Wirt dienstags seinen Ruhetag hat. 1779 hat hier der spätere Kaiser Josef II gestanden und Aussicht über Bayern und weite Teile Salzburgs, das ja damals noch nicht zu Österreich gehörte, genommen. Da sein Besuch nicht angemeldet und daher den Behörden nicht bekannt war, befand er sich illegal in Salzburg. Die an diese Grenzverletzung erinnernde Buche war zu Beginn unseres Jahrtausends Opfer eines Sturms geworden. Und so pflanzte 2005 der große Europäer Erzherzog Otto von Habsburg eine neue Buche. Bezirkshauptmann Mag. Reinhold Mayer hat ein interessantes Büchlein über die Geschichte und die Geschichten vom Haunsberg geschrieben, das oben auch erhältlich ist.

Jause an der Kaiserbuche

Im Anschluss gehen wir bergab auf Obertrum zu. Manche Leute am Wegesrand erkennen mich und wissen von meiner Mission, die medial schon öfters zu lesen war. Ein kurzes Händeschütteln und ein paar freundliche Worte werden gewechselt. Alle freuen sich ein wenig an meiner glücklichen Wanderung Anteil nehmen zu können. Beim „Bräu z`Trum“ werden wir mit einem Seidl Bier empfangen. Danach der letzte Anstieg auf meiner Pilgerreise auf Kothgumprechting. Beim Zimmerlenzen (Tischlerei Ibertsberger) erwartet uns ein Schnäpschen, gereicht von der Gitti. Während des Gehens an der Landesstraße winken immer wieder freundliche Leute aus den Fahrzeugen.

Gegen 17 Uhr treffen wir in Seekirchen auf die Henndorfer Altherren Musik. Die einzigartige Kapelle spielt uns zum Hofwirt. Ein Menschentraube wartet dort schon und als wir eintreffen entfacht sich ein Blitzlichtgewitter der anwesenden Fotografen. Die Bergheimer Polizisten, Freunde, politische Wegbegleiter, Familienmitglieder und viele Seekirchner sowie Gäste aus anderen Gemeinden sind da. Gereicht wird Freibier und eine Pilgersuppe, die dem Wirt hervorragend gelungen ist.

Eintreffen in Seekirchen mit der Henndorfer Altherren Musik

Mit musikalischer Umrahmung entwickelt sich ein harmonischer und lustiger Abend, an dem alle sehr glücklich sind. Ich freue mich im Kreise solch lieber Menschen meinen Geburtstag feiern zu können. Nicht pompös und nicht mit großem Buffet, sondern einfach und bescheiden. Neben den Organisatoren vor Ort, dem www.flachgau.tv und der großartigen Musik bedanke ich mich bei meinen Kindern und meiner Frau für die Unterstützung des ganzen Unternehmens.

Tochter Diana, Sohn Constantin und die stolze Mutter

Tochter Diana hat in einer organisatorischen Meisterleistung alle Wanderkarten von Worms bis Salzburg aufgetrieben. Constantin ist für meine Wanderausrüstung, wie dem praktischen und leichten Rucksack verantwortlich. Ganz besonders danke ich ihm für die Bundesheersocken, die weitere Blasen verhindern konnten. Und natürlich auch meiner Frau Maria, die  während des ganzen Unternehmens immer helfend und unterstützend für mich da war. Ich liebe und danke euch!

 

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