Von Wasserburg zum Klostersee

Samstag, 29. September – 15. Pilgertag

Gegen 8 Uhr breche ich bei leichtem Nieselregen auf und lasse den Inn und die historische Altstadt von Wasserburg hinter mir. Eine besuchenswerte schöne Stadt  mit freundlichen Menschen. Das Frühstück im Paulanerbräu war einfach aber gut. Es geht bergauf nach Eiselfing und dann nach Evenhausen. Auch hier wird der Name Mozart „vergewaltigt“, treffe ich doch sogar hier auf einen Radweg mit seinem Namen. Später komme ich am Bauernmuseum und noch ein Weilchen später am Automobilmuseum vorbei, wo der Weg geradeaus ins Zentrum von Amerang führt. Ein Ort zum Mittagmachen, zumal der Regen noch intensiver geworden ist.

Das bekannte Automobilmuseum

Ich denke mir den Weg nach Obing aus. Dort könnte ich übernachten. Beim Losgehen merke ich aber, dass der in der Karte eingezeichnete Gehweg entlang der Überlandstraße gar nicht vorhanden ist. So disponiere ich kurzer Hand um und wähle das Gebiet um den Klostersee als mein Abendziel. Am Horizont kann seit einiger Zeit schon immer mehr und mehr die Konturen der Alpen erkennen. Das gibt mir irgendwie ein heimatliches Gefühl.

Blick in die heimatlichen Alpen

Auf dem Weg durch Wiesen und Felder treffe ich auf eine Austragbäuerin, einen interessierten Hobbyphilosophen und vorm Fremdlinger Hof den Bauern. Alle zeigen sich an meiner Wanderung sehr interessiert und geben mir gute Ratschläge. Der Bauer sagt, schlaf beim Neuwirt in Seeon. Der ist gut und nicht zu teuer. Im Gespräch erzählt er, dass es hier am Land immer schwieriger wird. Die Wirtschaften sperren alle zu und auch die Landwirte haben größte Probleme mit der Nachfolge. „Heutzutage ist das Wichtigste die Freizeit und nicht mehr Beruf“, begründet er die Schwierigkeiten mit der Weiterführung der Betriebe. Und ein Gastwirt und ein Bauer haben halt keine geregelte Arbeitszeiten, was auf Kosten der Freizeit geht. Und über das Diktat der Landwirtschaftsindustrie zur Saat der Maismonokulturen könnten wir tagelang diskutieren…

Herbstkatzerln

Der Himmel hat wieder aufgehellt und so gehe ich frohen Mutes Richtung Klostersee. Erfreue mich an so manchem pflanzlichen Gruß am Wegesrand und ganz besonders über die vielen Tiere, die mich neugierig beäugen! Abends wird’s ruhig in Seeon am Klostersee. Ein idyllischer Fremdenverkehrsort, der es geschafft hat, fast bei einer Art Unberührtheit zu bleiben, obwohl das Meer der Bayern – der Chiemsee – hier nicht mehr weit ist.

Gottes Geschöpfe sind wunderbar

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