Vom Kaiser Ludwig, vom hilfsbereiten Polizeichef und vom schrulligen Geigenbauer Paul

Dienstag, 25. September – 11.Pilgertag

Herrliches Wanderwetter, auf geht’s! Aus dem Industriegebiet von Mammendorf komme ich zur Ortschaft mit dem bezeichnenden Namen „Galgen“. Danach geht es mit Ziel München auf Fürstenfeldbruck zu. In der Gemeinde Puch stoße ich auf den großen Gedenkstein von Ludwig dem Baier, der hier im Jahre 1347 in den Armen eines Bauern gestorben ist. Ludwig der Baier war damals auch römischer Kaiser, ein Titel, den später nur mehr die Habsburger führten.

Hier starb der Ludwig der Baier in den Händen eines Bauern

Ende September und der Großraum München! Eine Kombination, die Wies`n bedingt jedes Jahr für Engpässe bei den Gästezimmern sorgt und natürlich auch die Preise in die Höhe treibt. € 120 pro Bett und Nacht sind keine Seltenheit, wobei es sich dabei um den unteren Qualitätsbereich handelt. Da ich an der Polizeiinspektion Ganghoferstraße vorbeikomme, besuche ich die deutschen Kollegen und frage auch gleich mal nach Insidertipps. Der Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Hartmann und seine Assistentin Frau Bernhard, nehmen die Sache gleich selbst in die Hand. Und siehe da, ein Zimmer für € 35 mit Frühstück wird ausfindig gemacht. Zwar etwas außerhalb von München, aber immerhin ein Bettchen für müde Wandererfüße.

Polizeihauptkommissar Hartmann und seine Assistentin

Durch die Bettennot in München und der tatkräftigen Hilfe der bayrischen Polizei verschlägt es mich in die Ortschaft Türkenfeld. Noch bevor ich mein Zimmer im Gasthaus Drexl beziehen kann, treffe ich auf Paul Lijsen, der heuer sein 50-jähriges Geigenbauerjubiläum feiert. Die Instrumente baut er mit viel Liebe aus Fichte und Ahorn. In seinem Keller lagern unzählige Rohlinge aus feinstem Holz. Dann zeigt er mir auch seine Werkstatt in der Zankenhausenerstraße 3 und führt mich in die Grundbegriffe des Geigenbauens ein. Zum Schluss spielt er mir noch ein kleines Liedchen vor.

 

Beim Geigenbauer!

 

Bevor ich gehe, erzählt mir der Mann, dass die Ortschaft Türkenfeld früher Durinfeld hieß und bis zum Jahr 995 zum Erzbistum Salzburg gehörte. Dann wurde es den Augsburgern geschenkt, weil es zu aufwändig war, den kleinen Ort von so weit weg zu regieren. Wirklich spannend, was man so abseits der Großstadt alles erfährt!

Zum Schluss gibt`s ein Liedchen

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