Der römische Weg von Murrhardt nach (orientalisch!) Schwäbisch Gmünd

Mittwoch, 19. September – 5. Pilgertag

Ohne Frühstück mache ich mich wieder frühmorgens in den Süden auf. Von Murrhardt geht`s gleich steil nach oben auf den Waltersberg auf 500 m Seehöhe. Dort treffe ich auf einen mittelalterlichen Bildstock mit dem gekreuzigten Jesus. Ich halte eine kurze Andacht! Nach dem zackigen, waldigen Weg geht es kilometerlang gerade aus auf Welzheim zu. Ich gehe entlang des Limes. So manche Turmruine zeugt noch davon. In Welzheim besuche ich die Ruinen eines großen römischen Castells. Danach führt mein Weg weiter nach Pfahlbrom und über Alfdorf nach Schwäbisch Gmünd.

 

Alle Wege führen nach Rom

Der heutige Tag steht stark unter römischen Einfluss. An meiner Wanderroute verlief bis ins dritte Jahrhundert der Limes. Jener Grenzwall, mit dem sich Rom vor den wilden Völkern der Germanen schützte. So wie bei uns der Name „Mozart“ wird hier der Limes für alles verwendet. Es gibt „Limeskuchen“, „Limesbier“, ein Plakat lädt zum „Limesfest“ und vermutlich noch viel mehr an Limesnamen. Die Römer hatten sich nach Missernten, Bürgerkriegen und anderen Unstimmigkeiten nach Süden zurückgezogen und so den Grenzwall aufgegeben. Die Germanen machten sich das Land zu eigen. Obwohl ich kein Frühstück hatte, geht es mir verpflegungsmäßig sehr gut.Unzählige Obstbäume säumen meinen Weg in dieser fruchtbaren Gegend. Äpfeln, Birnen und Zwetschken standen auf meinem Speisezettel – köstlich, so frisch!

Orientalisierung der Gmünder Imbissszene

In Schwäbisch Gmünd fällt mir gleich ein riesiger Sandhaufen mit Kinderspielplatz am Stadtplatz auf. Mütter erzählen mir, dass die Stadtverwaltung in der Fußgängerzone zur Sommerzeit immer einen Spielplatz errichtet. Eine klasse Sache und ich denke über Nachahmungsmöglichkeiten nach. Dann treffe ich Jörg, den Mann vom Würstelstand im Zentrum. Wenn er schneller Spricht stottert er fürchtlich, aber liebenswürdig. Er hat die Initiative „Rettet die Bratwurst“ in Gmünd gegründet. Warum? Viele seiner Ansuchen, in der Fußgängerzone einen mobilen Würststand betreiben zu dürfen, wurden immer wieder vom Oberbürgermeister abgelehnt. Andererseits sperrte ein Döner-, Bosna- Asia-, oder Kebapstand nach dem anderen auf. Bei knapp 30 Prozent Ausländeranteil traute sich der Bürgermeister nicht nein zu sagen. Da kam Jörg zur Idee gegen die „Orientalisierung der Gmündner Imbissszene“ die Bürgerbewegung „Rettet die Bratwurst“ zu gründen – den Schriftzug trägt er am Leibchen! Und, oh Wunder, die Genehmigung flatterte alsbald ins Haus!

 

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