Der Notgroschen auf dem Sparbuch steht nach wie vor hoch im Kurs

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Am Freitag, 31. Oktober, ist Weltspartag. Heuer zum 90. Mal. An diesem Tag feiert auch der Sparefroh seinen 59. Geburtstag. Viele Generationen hat er zum Sparen gebracht und Millionen von österreichischen Kindern hat er geholfen, die ersten Schillinge (Euros) auf ein Sparbuch zu legen. In dieser Zeit ist der Sparefroh beneidenswert jung geblieben und beliebt wie eh und je. Wir baten das grüne Schillingmännchen mit roter Mütze zum Interview.

Sparefroh KopieSeit 59 Jahren sind Sie so etwas wie der „Schutzpatron“ für Sparer. Jetzt ist eine besonders schwere Zeit für Sparer, weil es praktisch keine Zinsen mehr gibt. Sparen da die Leute überhaupt noch?

Sparefroh: „Sparen ist immer aktuell. Egal wie viele Zinsen es gibt. Praktisch jeder weiß, dass es wichtig ist, einen Notgroschen auf der Seite zu haben. Veränderungen im Sparverhalten gibt es aber schon. Wurde früher eher für größere Anschaffungen wie Haus, Auto oder Wohnung gespart. So wird heute das Geld eher für kleinere Anschaffungen wie Fernseher oder Computer auf die Seite gelegt.“

Wie viel sparen die Flachgauer?

Sparefroh: „Jeder Salzburger legt momentan monatlich 171 Euro auf die Seite. Vor acht Jahren waren es noch 110 Euro, die jeder gespart hat. Wobei man schon sagen muss, dass die Sparquote in Österreich noch nie so niedrig war, wie jetzt. 1995 zum Beispiel, haben die Österreicher noch 12,7 Prozent ihres Einkommens gespart. Jetzt sind es nur mehr 6,8 Prozent, die zur Seite gelegt werden“

Die Welt der Sparmöglichkeiten ist bunter geworden. Wertpapiere, Anleihen, Aktien, Gold … Welche Rolle spielt da noch das klassische Sparbuch?

Sparefroh: „Die wichtigste. Das Sparbuch ist nach wie vor die beliebteste Sparform. So haben knapp 80 Prozent aller Salzburger ein Sparbuch. Auch Bausparen ist sehr beliebt und rangiert vor Lebensversicherungen und Kaptialversicherungen. Erst dahinter kommen dann ziemlich weit abgeschlagen Aktien, Fonds und Anleihen. Man sieht also, die Leute vertrauen auf Tradition wenn es um ihr Erspartes geht“.

Hat das vielleicht auch damit zu tun, weil das Geld am Sparbuch in der Regel sofort verfügbar ist?

Sparefroh: „Ganz sicher sogar. Die Leute wollen schnell über ihr gespartes Geld verfügen können, sie wollen aber auch ein geringes Risiko. Das wird höher eingeschätzt, als hohe Zinsen und überdurchschnittliche Erträge. So gesehen, wird das Sparbuch immer beliebt sein.“

Werden die Sparzinsen wieder steigen?

Sparefroh: „Da fragen Sie jetzt eigentlich den falschen, weil damit habe ich nichts zu tun. Aber die Experten, die ich jeden Tag bei uns im Haus treffe, gehen davon aus, das sich in den nächsten drei, vier Jahren kaum etwas ändern wird.“

Da drängt sich für mich jetzt natürlich schon die Frage auf, ob, wie und wo der Sparefroh sein Geld spart?

Sparefroh: „Ich unterscheide mich da nicht von den anderen Österreichern. Ich habe ein Sparbuch, auf das lege ich monatlich einen gewissen Betrag. Das ist mein Notgroschen für alle Fälle, weil man ja nie weiß, was daherkommt. Ein paar Fonds und Anleihen habe ich auch. Gewissermaßen als eine Zukunftsvorsorge. Obwohl, eine richtige Altersvorsorge brauche ich Gott sei Dank nicht, weil ich einen Arbeitsvertrag bis an mein Lebensende habe.“

Interview: Rupert Lenzenweger

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