Wasserreich – Österreich

Die Abtenauer können einem richtig leid tun. Ihr „HeuARTfest“ ist der Höhepunkt im Jahreskreis der Veranstaltungen. Aus Heu und Stroh gebastelte Figuren und Bauwerke sind überall zu sehen. Wochenlange Arbeit und viel Kreativität steckt darin. Jung und alt ist auf den Beinen und Gäste aus nah und fern sind gekommen. Kurzfristig bauen kräftige  Männer der Straße entlang Stände als Regenschutz auf. Egal wie das Wetter ist, gefeiert wird auf jeden Fall. Richtig so!

Für mich ist die Zeit zum Weitergehen gekommen. 20 Kilometer sind das Tagesprogramm. Es regnet zwar unentwegt, trotzdem habe ich den Drang aufzubrechen. Das Gehen hat inzwischen einen fixen Zeitabschnitt im Tagesplan. Wer zwei, drei Wochen zu Fuß unterwegs ist, bekommt ein neues Verhältnis zum Leben. Auch wenn sich so mancher Wanderer und Pilger schon am Anfang des Weges möglichst wenig Gepäck im Rucksack aufbuckeln will, so merkt er doch erst während der Reise, wie wenig er eigentlich braucht. Und mit dem Abwurf von all dem anderen Ballast werden auch die Gedanken und Gefühle immer leichter und flüssiger, ja runder. Der Kopf wird durch das rhythmische Vorwärtsgehen frei für Neues, falsche Ziele werden enttarnt und durch Bessere ersetzt. Gehen! Einfach unendlich inspirierend.

Hier ein Auszug meiner Erlebnisse und Bilder an einem durchgehend verregneten Tag:

Regennasses Zentrum von Abtenau – die Vereine lassen sich aber nicht entmutigen und bauen Stände auf.
Aus der zuvor fröhlich dahinplätschernden „Lammer“ ist ein wilder, alles mitreißender Wildbach geworden – ganze Bäume treiben flußabwärts.
Mein Weg im Nebel entlang von Felswänden nach St. Koloman und …
… überall tritt Wasser heraus, so stark regnet es.
Völlig durchnässt, aber wohlbehaltnen in Sankt Koloman angekommen.

 

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