Keine pseudomodernen Bauten, dafür freundliche Polizei

Ich habe meinen größten Teil des Lungaus durchwandert. Zum Einklang natürlicher Ursprünglichkeit gehört auch das menschliche Gefühl für Eingriffe ins Landschaftsbild. Die Authentizität des Ortsbilds und der Landschaft kann durch moderne Architektur massiv geschädigt werden. Negatives Beispiel: der zentrale Flachgau, wo die Diktatur des Hässlichen architektonisch der Regelfall geworden ist. Ganz besonders bei mit Steuergeld geförderten Genossenschafts- und Bauträgerwohnungen. „Schuhschachtlbau“ ist das Synonym für einfallslose, gradlinige, billige Architektur. Die Bauwerke umfassen trivial gesagt „Länge mal Breite mal Höhe“ und das immer mit Flachdach, so wie es im Nahen Osten vielleicht herkömmlich ist, aber nicht im alpenländischen Raum. Warum fahren wir in die Urlaubsdestinationen nach Italien, nach Griechenland oder Spanien? Ja stimmt, weil dort das Mittelmeer zum Baden ist. Aber auch weil dort stimmig Landschaft mit Architektur übereinpasst. Warum sollen Urlauber zu uns kommen, wenn plötzlich in unseren Alpenraum hypermoderne Wohnanlagen und Hotels gestellt werden, die nichts mit unserer Kultur und Geschichte zu tun haben. Bauten mit zumeist fremdartigen Flachdächern, weil der häßliche Bau ja auch noch möglichst billig sein muss.

Der Lungau ist über den Verdacht der pseudomondernen Architektur erhaben. Mit Ausnahme von zwei, drei Bauten im Bezirkshauptort habe ich überhaupt keine  schuhschachtelähnlichen Bauten entdecken müssen. Im Lungau haben die Baubehörden – also die Bürgermeister – bei der Erteilung von Baubewilligungen noch das Fingerspitzengefühl, das ein Kommunalpolitiker haben sollte. Die Architektur ist landschaftsgerecht und fügt sich so, wie seit Jahrhunderten bewährt, in den Baubestand ein. Eine große Verneigung vor den weitsichtigen Bürgermeistern ist hier angebracht.

Vor noch etwas „Eingeschlepptem“ hat sich der Lungau bewahrt. Im ganze Bezirk sehe ich kein einziges „Indisches Springkraut“. Diese invasive Pflanze hat meinen bisherigen Weg durchwegs gesäumt. Sie verdrängt die heimische Pflanzenwelt. Warum sie sich nicht in den Lungau traut, weiß ich nicht.

Übersichtsbild aus St. Leonhard über Tamsweg. Die Lungauer konnten die vom Land Salzburg auch noch geförderte „Hässlich-Architektur“ mit „Schuhschachtelbauten“ erfolgreich abwehren.

Via Tamsweg geht es weiter bis Mariapfarr. Eine herzliche Gemeinde. Und gerade wie ich den Ort betrete, kommt mir der Kommandant der örtlichen Polizeiinspektion Peter Pfeifenberger entgegen. Ich kenne ihn als jungen Gendarmen aus Eugendorf schon. Damals, Anfang der 90er Jahre hatten wir oft zusammen Dienst. Bei einer Einsatzfahrt wurde er einmal schwer verletzt und ich nahm den Unfall auf. Mein alter Gendarmerie-Schulkommandant, Brigadier Erich Lex, war voll des Lobes, ob des übervollständigen Aktes, den er noch am Abend des Unfalltages in Händen hielt, und meinte schmunzenld: „Da sieht man halt, wer bei mir in die Schule gegangen ist!“ Die schwere Kopfverletzung heilte Gottseidank schnell.

Später nahm sich Peter eine politische Anleihe bei mir. Als ich 2004 aus dem Landtag ausschied, folgte er bis 2013, wo ich meine dritte Periode im Salzburger Landtag antrat und er wiederum ausschied. Gemeinsam bringen wir es schon auf fünf Perioden im Landesparlament. Jedenfalls ein interessanter Gedankenaustausch. Die Polizeidienst kann je nach Gegend sehr unterschiedlich sein. Im dicht besiedelten Gebiet lagern die Probleme anders, als in den Bergregionen mit viel Fremdenverkehr.

Ein freundschaftlicher Meinungsaustausch mit Polizeikommandant Peter Pfeifenberger.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übersichtsbild aus St. Leonhard über Tamsweg. Die Lungauer konnten die „Hässlich-Architektur“ mit „Schuhschachtelbauten“ erfolgreich abwehren.

 

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